Mauro Covacich: die Form dessen, was entgleitet
Türöffnung: 14.45 Uhr | Nicht nummerierte Plätze
Event Informationen
Beschreibung
Mauro Covacich | Die Form dessen, was entgleitet Jenseits der Mauer Samstag, 10. Oktober 2026 | 15.30 Uhr | Piazza del Sole, Bellinzona
Wie viel von dem, was wir erleben, kann tatsächlich Eingang in eine Geschichte finden? Und was geschieht, wenn das Schreiben versucht, sich der Erfahrung, dem Körper, den Trieben und all dem anzunähern, was sich in uns einer vollständigen Erklärung entzieht?
Ausgehend von seinem jüngsten Roman Lina e il sasso (La nave di Teseo, 2026) reflektiert Mauro Covacich über das Verhältnis zwischen Leben und Erzählung, zwischen dem, was geschieht, und der Form, die wir ihm zu geben versuchen.
Im Zentrum steht die leuchtende und geheimnisvolle Figur Lina, ein Mädchen, das die Welt der Erwachsenen immer wieder aus dem Gleichgewicht bringt. Um sie herum entfaltet sich eine Geschichte voller Zuneigung, Wünsche, Hoffnung und Verletzlichkeit.
In Covacichs Arbeit als Schriftsteller und Performer erschöpft das literarische Wort die Erfahrung niemals vollständig: Es nähert sich ihr an, hinterfragt sie, bewahrt einige ihrer Spuren und lässt zugleich einen Bereich der Unbestimmtheit bestehen.
Daraus ergibt sich eine zentrale Frage für das Thema dieser Ausgabe: Welchen Raum nimmt die Stille im kreativen Akt des Schreibens ein? Und was können andere Ausdrucksformen – Theater, Stimme, Bühnenpräsenz – zurückgeben, wenn die Erzählung an ihre Grenzen stösst?
Ein Gespräch über das Schreiben als Geste der Annäherung: keine endgültige Antwort, sondern eine Möglichkeit, bei dem zu verweilen, was sich entzieht – dort, wo die Erzählung ihre eigene Grenze erkennt und gerade deshalb weiter nach einer Form sucht.
Moderiert wird das Gespräch von Roberto Falconi, Literaturkritiker.
Mauro Covacich ist Schriftsteller und Performer. Er verfasst Romane, Erzählungen und Essays. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem A perdifiato (Mondadori, 2003), A nome tuo (Einaudi, 2011), La sposa (Bompiani, 2014), Finalist des Premio Strega, La città interiore (La nave di Teseo, 2017), Finalist des Premio Campiello, sowie Di chi è questo cuore (La nave di Teseo, 2019).
Einige seiner Texte hat der Autor selbst auf die Bühne gebracht und dabei Schreiben, Körper und Performance miteinander verbunden. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehören L’avventura terrestre (2023), Kafka (2024) und Lina e il sasso (2026), alle bei La nave di Teseo erschienen.